GPU-Passthrough ermöglicht es virtuellen Maschinen (VMs), direkt auf eine physische GPU zuzugreifen, was die Leistung für Aufgaben wie Gaming, KI-Workloads, Videobearbeitung oder hardwarebeschleunigtes Streaming erheblich verbessert. Diese Anleitung bietet eine detaillierte und aktuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Konfiguration von GPU-Passthrough auf Proxmox VE und deckt AMD-, Intel- und NVIDIA-GPUs ab.
Die GRUB-Konfigurationsdatei öffnen:
nano /etc/default/grub
Die folgende Zeile basierend auf der CPU hinzufügen oder ändern:
Intel:
GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet intel_iommu=on iommu=pt"
AMD:
```bash
GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet amd_iommu=on iommu=pt"
```
GRUB aktualisieren und neu starten:
update-grub
reboot
Den folgenden Befehl ausführen, um zu überprüfen:
dmesg | grep IOMMU
Es sollten Nachrichten angezeigt werden, die darauf hinweisen, dass IOMMU aktiviert ist.
PCI-Geräte auflisten:
lspci -nnv | grep -i vga -A 1
Die IDs der GPU und des zugehörigen Audiogeräts notieren (z.B. 0000:01:00.0 für GPU und 0000:01:00.1 für Audio).
Treiber auf die Blacklist setzen, um zu verhindern, dass Proxmox die GPU verwendet:
/etc/modprobe.d/blacklist.conf bearbeiten:
blacklist nouveau
blacklist nvidiafb
blacklist radeon
/etc/modprobe.d/vfio.conf erstellen oder bearbeiten:
options vfio-pci ids=0000:<GPU_ID>,0000:<AUDIO_ID>
initramfs aktualisieren und neu starten:
update-initramfs -u -k all
reboot
Den folgenden Befehl ausführen, um zu bestätigen, dass die GPU an vfio-pci gebunden ist:
lspci -nnk | grep -A 3 'VGA'
Für NVIDIA-GPUs Treiber auf dem Proxmox-Host installieren:
Nicht-freie Repositories aktivieren:
```bash
nano /etc/apt/sources.list.d/pve-enterprise.list
```
`non-free` am Ende jeder Zeile hinzufügen.
Pakete aktualisieren und Treiber installieren:
```bash
apt update && apt install nvidia-driver nvidia-dkms nvidia-headless-no-dkms
```
Neu starten.
Proxmox-Weboberfläche öffnen.
Die VM auswählen, die konfiguriert werden soll.
Zu Hardware > Hinzufügen > PCI-Gerät gehen.
Die GPU aus der Liste auswählen und aktivieren:
* **Alle Funktionen** (bindet sowohl GPU als auch Audio).
* **Primäre GPU**, wenn dies der Hauptanzeigeadapter sein soll.
Änderungen speichern und die VM starten.
Das Aktivieren dieser Funktionen im BIOS kann die Leistung verbessern, insbesondere für moderne GPUs.
Für NVIDIA Enterprise-GPUs (z.B. Tesla-Serie) oder Intel integrierte GPUs mit SR-IOV-Unterstützung kann eine einzelne GPU auf mehrere VMs aufgeteilt werden, indem Mediated Device Passthrough verwendet wird.
Um Fehler 43 in Windows-VMs zu umgehen:
Dieses Argument in der VM-Konfigurationsdatei (/etc/pve/qemu-server/<VMID>.conf) hinzufügen:
```conf
args: -cpu host,vendor_id=FakeVendorID
```
Alternativ gepatchte Treiber oder Skripte wie vGPU-Unlocker verwenden (rechtliche Grauzone).
IOMMU-Gruppen überprüfen:
find /sys/kernel/iommu_groups/ -type l
dmesg-Logs zur Fehlerbehebung bei Treiberproblemen verwenden.
Für AMD-GPUs sicherstellen, dass keine Reset-Bugs auftreten, indem die Firmware aktualisiert wird.
Zur Vereinfachung der Einrichtung das Proxmox-Enhanced-Configuration-Utility (PECU) verwenden. Dieses Skript automatisiert die Treiberinstallation, IOMMU-Konfiguration und VM-Einrichtung.
GPU-Passthrough auf Proxmox VE ermöglicht leistungsstarke Virtualisierungsfunktionen, erfordert jedoch eine sorgfältige Konfiguration, die auf die Hardware abgestimmt ist. Mit dieser umfassenden Anleitung sollte es möglich sein, Passthrough erfolgreich für AMD-, Intel- oder NVIDIA-GPUs einzurichten und dabei erweiterte Funktionen wie SR-IOV oder vGPU zu nutzen.
Vor der Produktion gründlich testen!